BLINDKäFER, Blindkäfer
Bothrideres bipunctatus (Gmelin, 1790)


Synonym: Bothrideres contractus F.; vormals bei der Familie Colydiidae eingeordnet

Verbreitung: Europa, Sibirien.
Deutschland: im Osten sowie in Bayern alte, zum Teil auch neue Nachweise, meist sehr selten; 2010 von Roppel und Rennwald erstmals in Baden-Württemberg (Südbaden, Kaiserstuhl) aufgefunden.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 1 (vom Aussterben bedroht).

Lebensweise: In Südbaden unter lockerer Ahornrinde. Alte Literaturangaben nach HORION 1961: "Namentlich in alten Weiden und Pappeln in den Gängen von Ptilinus und Anobium ein- und ausgehend" (zitiert nach ERICHSON 1846); in morschen Laubhölzern, an alten Brettern und an Reisig-Zäunen (Liegnitz, Schlesien) (GERHARDT 1910); bei Brixen (Südtirol) im Frühjahr in den Haufen von abgeschabter Obstbaumrinde (PEEZ i.l. 1959); in den Karpathen an Eiche und Buche als Parasit von Corebus, Synoxylon, Denops u.a. (ROUBAL 1936); unter der Rinde morscher Kiefern im Wurmmehl (Schweden, Insel Gotska Sandön) (JANSSON 1925).

Nachweiszeitraum: April (Südbaden).

Bestimmungshilfe: Länge 3–5 mm; Fühler 11-gliedrig mit 2-gliedriger Keule; Halsschild und Flügeldecken oben abgeflacht; Halsschild an den Seiten ungerandet, grob und gedrängt punktiert, mit zwei kräftigen Eindrücken, dazwischen mit punktfreier Stelle; Flügeldecken mit starken, puntierten Längsstreifen, in den Punkten mit schräg nach hinten gerichten Härchen; Schulterbeulen stumpf zahnförmig nach innen gewölbt; Oberseite rotbraun, die Flügeldecken meist mit schwarzem Naht- und Seitenstreifen.



Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 25.5.2010