DüSTERKäFER, Düsterkäfer
Dircaea australis Fairmaire, 1856
, Orangeflecken-Düsterkäfer

Verbreitung: Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Monte Negro, Weißrussland, Süd-Schweden; fraglich in Italien und Tschechien (Fauna Europaea).
Deutschland: von der als Urwaldrelikt ausgewiesenen Art waren neben zwei aktuellen Fundorten in Nordrhein-Westfalen (Senne) und Rheinland-Pfalz (Bienwald) nur wenige, meist sehr alte Meldungen bekannt. 1997 konnten E. und K. Rennwald diese Rarität erstmals in Baden-Württemberg bei Stollhofen und Rastatt beobachten. Eine Fundstelle ist inzwischen weitgehend überbaut, eine zweite konkret bedroht. Zum Glück gelang 2011 ein weiterer Nachweis bei Baden-Baden in einem Gebiet, das auch in fernerer Zukunft nicht durch Bauplanungen betroffen scheint.
Im benachbarten Elsass wurde Dircaea australis bereits 1993 entdeckt und ist inzwischen von mehreren Fundorten bekannt.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 1 (vom Aussterben bedroht); Rote Liste Baden-Württemberg ? (Zuweisung steht noch aus). Urwaldreliktart 1.

Lebensweise: Entwicklung in morschem Laubholz (Buche, Eiche, Birke, Erle, Linde, Mehlbeere). Fundereignisse in Baden-Württemberg: an liegendem Birkenast; Fallenfang an 5 m hohem Buchenstumpf; auf der Bodenvegetation in einem Erlenbruchwald. In Oberösterreich u.a. an Buchenklafterholz.

Nachweiszeitraum: Mai – Juli; aus Österreich liegen Fundmeldungen von Juni bis August vor.

Bestimmungshilfe: Länge 6–10 mm; Körper gestreckt, fast parallel, stark gewölbt; Seiten des Halsschilds vorn meist nicht gerandet; Augen nierenförmig, vollkommen flach; das vorletzte Glied aller Tarsen gelappt; Enddorne der Schienen kräftig; der vordere Fleck der Flügeldecken nach vorne nicht verlängert, nur ausgerandet. Durch die schlanke Körperform und die orangeroten Flecken gut kenntlich. Der sehr ähnliche, weiter östlich verbreitete Dircaea quadriguttata (Payk.) kommt bei uns nicht vor.



Literatur: HORION (1956); KASZAB (1969) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 8; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); EHNSTRÖM & AXELSSON (2002); CALLOT & MATT (2006).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 14.7.2011