BLATTHORNKäFER, Blatthornkäfer
Oxythyrea funesta (Poda, 1761)
, Trauer-Rosenkäfer

Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, südliches Nordeuropa, Nordafrika, Kleinasien, Kaukasus, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kaspiküste.
Deutschland: die pontisch-mediterrane Art ist aus ihrer pannoischen Heimat über die Urstromtäler von Donau und Main eingewandert. Dauerhafte Vorkommen (bis etwa zum Jahr 2000) gab es nur in wärmebegünstigten Gebieten von Baden (Oberrheinebene), Hessen (Rhein-Main-Gebiet), Rheinland-Pfalz und Bayern. In anderen ehemaligen Siedlungsräumen, z.B. Württemberg, war Oxythyrea funesta verschwunden und trat erst vor kurzem wieder in Erscheinung. In den letzten Wärmejahren hat sie sich wieder ausgebreitet und ist deutlich häufiger geworden. Den ersten Wiederfund für Württemberg nach über 80 Jahre meldet Schrameyer 2006 von Heilbronn und auch in Bayern ist Oxythyrea funesta auf dem Vormarsch (BUSSLER, 2007).

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet).

Lebensweise: Die Larven entwickeln sich in Mist- und Komposthaufen (die Puppenwiegen mit geschlüpften Tieren im Herbst stellenweise sehr häufig in alten Miststöcken; Wallis, J.P. Wolf 1957, nach HORION). Nach anderen Angaben ernähren sie sich von Pflanzenwurzeln. Die Imagines besuchen allerlei Blüten, besonders gelbe Kompositen (Literaturangabe). Die 2011 an drei verschiedenen württembergischen Orten gefundenen Tiere saßen alle auf Distelblüten.

Nachweiszeitraum: Mai – Anfang September.

Bestimmungshilfe: Länge 8–12 mm; Körper schwarz, glänzend, manchmal mit mit metallisch bronzenem, grünlichem oder rötlichem Schimmer, fein lang behaart, mit weißen Flecken bedeckt; die Behaarung ist bei älteren Exemplaren oft stark abgerieben (Abbildung); der ungleich punktierte Halsschild mit punktfreier Mittellinie und angedeutetem Mittelkiel; Kopfschildvorderecken zahnartig vorgezogen; Bauch des Männchens mit einer Längsrille. Die Art hat einen sehr markanten Habitus, so dass sie kaum verwechselt werden kann (vergleiche Tropinota hirta). Die einmal nach Baden-Württemberg eingeschleppte, sehr ähnliche Schwesterart Oxythyrea cinctella (Schaum) hat keine punktfreie Halsschild-Mittellinie.

Literatur: HORION (1958); MACHATSCHKE (1969) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 8; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); SCHRAMEYER (2007); BUSSLER (2007).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 5.8.2011