CARABIDAE, Laufkäfer
Leistus fulvibarbis Dejean, 1826
, Westlicher Bartläufer

Verbreitung: Von Kleinasien über Nordafrika bis Süd- und Westeuropa (hier: Britische Inseln, Belgien, Niederlande); alte Funde aus der Schweiz (MARGGI 1992).
Deutschland: HORION (1941) war noch kein deutscher Nachweis bekannt. Inzwischen wurden Funde aus Westdeutschland gemeldet: Eifel (LOHSE & LUCHT 1989), Nordrhein-Westfalen (KÖHLER & KLAUSNITZER 1998), Rheinland-Pfalz (SCHÜLE & PERSOHN 2000). Für die bei HORION angeführten elsässischen Funde sind keine Belege vorhanden, in Lothringen (Umgebung Epinal) wird die Art jedoch seit 2000 regelmäßig gefangen (nach CALLOT bzw. B. JUNGER zitiert in SCHANOWSKI 2007). In Basel gelang im Jahr 2004 nach über 100 Jahren ein Wiederfund (G. ALTHERR zitiert in SCHANOWSKI 2007). Der Erstnachweis für Baden-Württemberg erfolgte 2003 in der Rheintalaue bei Rheinhausen-Oberhausen (SCHANOWSKI & SCHIEL 2004), weitere Funde am Oberrhein melden SPANG (2004) bei Neuried und Kehl-Marlen sowie SCHANOWSKI (2007) bei Ottenheim und Rust. Die Art breitet sich offensichtlich aufgrund klimatischer Veränderungen nach Osten aus.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland (1998) – (nicht gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg (2006) – nicht gefährdet.

Lebensweise: In feuchten bis nassen Wäldern, häufig auf Sand; an vegetationsreichen Ufern (Schilfröhrichte, Seggenriede) (BURMEISTER 1939, TRAUTNER & SCHÜLE 1996, LUFF 1998, TURIN 2000, SCHANOWSKI 2007). Jagt wie alle Leistus-Arten Springschwänze (ASSMANN 2004).

Nachweiszeitraum: Mai und Juni.

Bestimmungshilfe: Länge 6,0-9,2 mm; Gattungsmerkmale: Außenrand der Oberkiefer lamellenartig verbreitert, Kiefer- und Lippentaster stark verlängert und schlank. Untergattungsmerkmale: Mittelteil der Unterlippe mit ventralem Vorsprung, der zwei große Borsten trägt, am dreigeteilten Ende zwei kleine Borsten an der mittleren Verlängerung und je eine Borste an den Seitenteilen. Halsschildseitenrand nur spärlich punktiert. Artspezifische Merkmale: Halsschildseitenrand breit und punktiert, Halsschild breit, Hinterecken durch starken, konkaven Schwung vortretend, Oberseite bläulich oder grünlich metallisch, Körperanhänge rötlichbraun.

Literatur: ASSMANN (2004), BURMEISTER (1939), HORION (1941), KÖHLER & KLAUSNITZER (1998), LOHSE & LUCHT (1989), LUFF (1998), MARGGI (1992), SCHANOWSKI (2007), SCHANOWSKI & SCHIEL (2004), SCHÜLE & PERSOHN (2000), SPANG (2004), TRAUTNER & SCHÜLE (1996), TURIN (2000).

Text: Karin Wolf-Schwenninger. Seitenerstellung: 27.04.2008