
KURZFLüGLER, Kurzflügler Tachyusa balteata (Erichson, 1839)
Verbreitung: Mittel- und Südeuropa. Deutschland: Montane Art, im Süden verbreitet, nördlich bis Rheinland, Hessen, Thüringen und Sachsen, alte Funde (vor 1950) in Nordrhein-Westfalen. In Baden-Württemberg liegt der Verbreitungsschwerpunkt offensichtlich in Nordwürttemberg (Hohenloher-Haller-Ebene, Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Neckarbecken) und im Alpenvorland.
Gefährdung: In der Roten Liste Deutschlands sowie in Bayern ist die Art als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft. Gefährdungsursachen sind Habitatverluste infolge von Gewässerausbau und -verschmutzung. So führt HORION (1967) das Verschwinden der Art an der Wutach, wo sie von HARTMANN zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch zahlreich gefunden werden konnte, auf die Verschmutzung der Wutach durch chemische Abwässer (Papier- und Zellstofffabrik) zurück.
Lebensweise: Tachyusa balteata ist eine typische Art der Wasserwechselzone von Fließgewässern. Sie kommt insbesondere an naturnahen Flachuferbereichen mit spärlichem Bewuchs auf sandigen bis kiesigen Substraten vor. Mit ihren langen Beinen können sich die schlanken, beweglichen Tiere rasch fortbewegen.
Nachweiszeitraum: April – Oktober.
Bestimmungshilfe: Trotz ihrer geringen Größe von 2,8-3,2 mm ist diese Kurzflüglerart leicht kenntlich und aufgrund ihrer Färbung - die hellroten Tergite 1 bis 3 setzen sich vom schwarzen Körper auffällig ab - eindeutig von den übrigen Arten der Gattung zu unterscheiden.
| Literatur: HORION (1967), LOHSE (1974) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 5, BUCK & KONZELMANN (1991), GEISER (1998), KÖHLER & KLAUSNITZER (1998), BUSSLER & HOFMANN (2003).
Text: Karin Wolf-Schwenninger. Seitenerstellung: 5.5.2005 |
|