
BUNTKäFER, Buntkäfer Dermestoides sanguinicollis (Fabricius, 1787)
Synonym: Orthopleura sanguinicollis (F.)
Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, SW-Russland, Kaukasus. Deutschland: die auch früher schon seltene Art wurde bis vor kurzem nur noch von wenigen Fundstellen aus Bayern, Baden, Hessen, Pfalz, Niedersachsen, Sachsen (Wiederfund) und Sachsen-Anhalt gemeldet. In neuerer Zeit gelangen Neu- und Wiederfunde in der Pfalz, in Nordbaden und Süd-Hessen.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 1 (vom Aussterben bedroht); Rote Liste Baden-Württemberg 1 (vom Aussterben bedroht); Urwaldreliktart 1.
Lebensweise: Dermestoides sanguinicollis gilt als Urwaldreliktart alter Eichenwälder. HORION (1953) schreibt: "... nur noch an einigen wenigen Stellen, wo noch alte Eichenbestände sind... Durch das unaufhaltsame Verschwinden der alten Eichen ist die schöne Art in ihrem Bestand sehr bedroht". Die meisten der aktuellen Funde erfolgten an stehenden, anbrüchigen oder toten, oft rindenlosen Eichen, einige auf lagernden Eichenstämmen und an Brennholzstapeln. Ein Tier saß an einer abgebrochenen Altbuche. Die Anwesenheit zweier Exemplare auf Hartriegel-Blüten war die absolute Ausnahme. Im Forstenrieder Park (Bayern) fand R. Geiser Larven, Puppen und Imagines in der wenige cm dicken, morschen Außenschicht einer rindenlosen Alteiche.
Nachweiszeitraum: Ende April - Juni.
Bestimmungshilfe: Länge 7–9 mm; schwarz; Flügeldecken dunkelblau; Halsschild, Pygidium, 1.–8. Fühlerglied und Tarsen rot; die letzten 3 Fühlerglieder eine lockere Keule bildend; Halsschild sehr fein gerandet; Oberseite glänzend, sehr fein, auf dem Halsschild weitläufiger punktiert; auf der vorderen Flügeldeckenhälfte mit lockeren Reihen kräftiger Punkte; Oberseite rau aufstehend doppelt behaart.
| Literatur: HORION (1953); LOHSE (1979) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 6; GEISER (1983).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 2008; Nachtrag: 4.6.2011 |
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