BLINDKäFER, Blindkäfer
Anommatus reitteri Ganglbauer, 1899
, Reitters Blindkäfer

Synonym: Die Gattung Anommatus war früher der Familie Colydiidae zugeordnet.

Verbreitung: Mitteleuropa, südliches Osteuropa. Aus Mitteleuropa gibt HORION (1961) die Art nur für Österreich an (Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol).
Deutschland: Heute aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bekannt. Erst bei den umfangreichen Bodenproben-Untersuchungen von BUCK & KONZELMANN (1972-1990) an württembergischen Fließgewässern wurde die Art in Deutschland erstmals in größerer Zahl gefunden. Im gleichen Lebensraum konnte gelegentlich auch Anommatus diecki, ein weiterer für Deutschland neuer Blindkäfer, nachgewiesen werden.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet).

Lebensweise: Anommatus reitteri lebt subterran im Bodensubstrat von Flussufern, im Laubstreu am Fuß alter Bäume, an den Saugwurzeln von Bäumen, unter auf Wiesen ausgebrachtem Mist, unter im Boden eingebetten Steinen, Brettern, an Kartoffelknollen und ähnlichem.

Nachweiszeitraum: Mai – November.

Bestimmungshilfe: Länge 1,5–2,0 mm; augenlos, klein, zylindrisch; Tarsen 3-gliedrig; Oberseite glänzend, hellgelb bis rotbraun, Flügeldecken mit groben Punktstreifen; Fühler 11-gliedrig, mit knopfförmiger Keule; von den anderen Arten der Gattung durch vollständig und kräftig gerandete Halsschildbasis zu unterscheiden; subterran im Bodensubstrat von Flussufern, im Laubstreu am Fuß alter Bäume etc.

Literatur: HORION (1961); VOGT (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; GEISER (1998); KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 5.6.2006