MYCELFRESSER, Mycelfresser
Berginus tamarisci Wollaston, 1854
, Tamarisken-Mycelfresser

Verbreitung: Südliches Mitteleuropa, Mittelmeergebiet, Madeira, Kanarische Inseln.
Deutschland: HORION (1961) zählte die Art noch nicht zur deutschen Käferfauna. Nach Freilandfunden in Baden-Württemberg (leg. Neumann 1995), Hessen (leg. Lange 2001), Rheinland-Pfalz (leg. Matern 2004) und im Saarland (leg. Eisinger 2005) ist sicher, dass sich diese mediterrane Art in Deutschland eingebürgert hat.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland - (nicht gefährdet).

Lebensweise: Die im Mittelmeergebiet weit verbreitete Art wurde dort auf Tamarisken in den männlichen Blütenkätzchen und in den Eichenknospengallen der Biorhiza aptera gefunden. In Südwestdeutschland gelangen Nachweise an einer Lindenblüte, an verblühter Clematis, an einer welken Rhododendronblüte und auf Kompost unter einer Serbischen Fichte. Ein weiteres Ex. wurde von einem totem Apfelbaumast geklopft. Die Larve entwickelt sich in Gallen, z.B. von Biorhiza pallida.

Nachweiszeitraum: Mai – August.

Bestimmungshilfe: Länge 1,5–1,7 mm; innerhalb der Mycetophagidae durch den schmalen Halsschild und die zweigliedrige Fühlerkeule ausgezeichnet; Augen groß, Kopf fast so breit wie der Halsschild; Flügeldecken mit scharfen Punktreihen, streifig kurz anliegend behaart.

Literatur: HORION (1961); VOGT (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd.7; SZALLIES (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); LANGE (2001); MATERN (2004); EISINGER (2005).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 18.2.2006