
RINDENKäFER, Rindenkäfer Rhopalocerus rondanii (Villa, 1833)
Verbreitung: Süd- und Osteuropa, südliches Mitteleuropa. Deutschland: HORION kannte nur über 100 Jahre alte Funde. NICOLAS meldet 1958 einen Wiederfund aus Straßburg für das Elsaß. 1981, nach 130 Jahren, machte LUCHT (1982) in Südhessen den ersten aktuellen Fund für Deutschland. In der Zwischenzeit gelangen verschiedenen Sammlern weitere Nachweise in Südwestdeutschland (Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz) und im Elsaß.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 1 (vom Aussterben bedroht); Rote Liste Baden-Württemberg G! (Gefährdung anzunehmen, besondere Schutzverantwortung). Urwaldreliktart 2.
Lebensweise: Im Mulm und unter der Rinde alter Bäume bei Ameisen. Fundumstände in Südwestdeutschland: Unter der Rinde von Pappeln (mehrfach); in weißfaulem Pappelstamm; in hohler Pappel; im hohlen Stumpf einer gefällten Spitzpappel; in einem Obstbaum; im rotfaulen Inneren eines alten, vom Sturm gespaltenen Kirschbaums; an altem, großteils rotfaulem Eichenstumpf nachts gegen 22 Uhr aktiv; meist wird vom Zugegensein von Ameisen berichtet. Elsaß: Aus alten Linden einer Promenade.
Nachweiszeitraum: Januar, Februar, Mai, Juni.
Bestimmungshilfe: Länge 2,8–4,0 mm. Ausgezeichnet durch die dicken, 10gliedrigen Fühler mit einem zylindrischen, vorn abgestutzten Endglied; Halsschild in der Mitte mit ovaler Längsgrube, Seiten gekerbt; matt rotbraun.
| Literatur: HORION (1961); VOGT (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); BENSE (2002).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 12.2.2006 |
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