RINDENKäFER, Rindenkäfer
Cicones undatus (Guérin, 1844)


Verbreitung: Stellenweise und selten in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa (diskontinuierliche Ost-West-Verbreitung).
Deutschland: Horion (1961) kannte keine deutschen Fundorte. 1991 gelang Frisch, Karner und Schöller (BRENNER 1998) der Erstfund für Deutschland in Hessen. Inzwischen gibt es weitere Nachweise in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. REIBNITZ und BENSE (2003) konnten die Art erstmals in Baden-Württemberg finden.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 3 (gefährdet).

Lebensweise: In Hessen wurden die Tiere sehr oft unter der Rinde stehender, abgestorbener Bergahorn-Stämme, die meist von einem schwarzen, krustenartigen Pilz befallen waren, erbeutet; auch unter der aufgeplatzten Rinde stehender Buchen und von dürren Zweigen geklopft. In Offenburg (Baden) saßen sie unter der losen Rinde einer toten, stehenden Buche zusammen mit Mycetophagus ater. In Karlsruhe fand H. Knapp die Art in Menge an einem schwarz gefärbten, schon weitgehend rindenlosen Baumstumpf. In Sachsen wurde die Art von trockenmorschen Hainbuchenästen geklopft und klebte an Leimringen an Erle und Eiche (BENSE 1998).

Nachweiszeitraum: März – August.

Bestimmungshilfe: Länge 2,3–3,5 mm; Halsschild seitlich stark verflacht, Körper mit niederliegender, scheckiger Behaarung, Flügeldecken ohne Rippen; der ähnliche Cicones variegatus hat deutlich gerippte Flügeldecken, ist durchschnittlich dunkler gefärbt und etwas robuster gebaut.

Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. ; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); (BRENNER 1998); (BENSE 1998); FRANK & KONZELMANN (2000); BENSE (2002); REIBNITZ & BENSE (2003).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 15.5.2005