CIIDAE, Schwammfresser
Wagaicis wagai (Wanka, 1869)
, Wagas Schwammfresser

Synonym: Ennearthron wagai (Wankowicz, 1869)

Verbreitung: Europa.
Deutschland: Nach HORION (1961) eine seltene Art mit diskontinuierlicher Ost-West-Verbreitung, die nur noch wenige, reliktäre Fundorte hat. In Deutschland ist sie bisher nur aus Baden-Württemberg und Bayern bekannt, in Osteuropa scheint sie allerdings häufiger zu sein.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg 2 (stark gefährdet).

Lebensweise: Lange Zeit war das 1916 von Hartmann gefundene Exemplar (vid. Reibnitz) der einzige Anhalt dafür, dass diese Ciide in Deutschland heimisch sein müsste. Erst 1990 gelang ein Neufund in Südbayern. Wagaicis wagai (Wank.) hält sich meist in Baumschwämmen der Gattung Trametes auf, die besonders Laubhölzer besiedeln. In Südwestdeutschland wurde die Art mehrmals in Trametes versicolor (Schmetterlings-Tramete) gefunden, darunter auch unausgefärbte Tiere, in Südbayern ein Pärchen in Trametes pubescens (Samtige Tramete). In Vorarlberg (Österreich) konnten Käfer, Puppe und Larve in Pycnoporus cinnabarinus (Zinoberrote Tramete) entdeckt werden.

Nachweiszeitraum: März – Juni.

Bestimmungshilfe: Länge 1,6–1,9 mm; oval, gedrungen, kahl, glänzend hell- bis dunkelbraun. Die Art hat einen schmalen, lamellenförmigen, die Vorderhüften vollständig trennenden Prosternalfortsatz, der unter den einheimischen Ciiden einmalig ist. Der Halsschildvorderrand der Männchen ist leicht zipfelig vorgezogen, der Clypeus trägt zwei breite, dreieckige Zähne.

Literatur: HARTMANN (1917); Benick (1952); HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 8.1.2006