
CIIDAE, Schwammfresser Sulcacis bidentulus (Rosenhauer, 1847), Zweifarbiger Schwammfresser
Verbreitung: Ost- und Mitteleuropa, Karelien, Turkestan, Sibirien. Deutschland: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen. Bei HORION (1961) ist noch zu lesen: „Deutschland, aus Süden und Mitte einige wenige Angaben aus dem vorigen Jahrhundert...“. Den ersten südwestdeutschen Nachweis erbrachte K. Bernhauer 1968 bei den Exkursionen der ARGE SWD Koleopterologen in die Rheinauen von „Taubergießen“ (Südbaden). Das Hauptvorkommen von Sulcacis bidentulus liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. Eine Ausbreitungslinie verläuft entlang der von Pappelpflanzungen gesäumten Flüsse Kraichbach und Enz bis zum Neckar bei Besigheim.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg ! (derzeit nicht gefährdet, jedoch besondere Schutzverantwortung des Landes).
Lebensweise: Die Art ist ein typisches Faunenelement der oberrheinischen Auenwälder. Das warme Klima, gepaart mit dem natürlichen Vorkommen der Pappel, bietet seinem Brutpilz, Coriolopsis trogii (Blasse Borstentramete), optimale Wachstumsbedingungen. Der zottig behaarte Baumschwamm siedelt gesellig auf besonntem Pappelholz und ist entlang des Rheines stellenweise häufig. Meist ist Sulcacis bidentulus die dominante, manchmal auch einzige Käferart im Pilz.
Nachweiszeitraum: März – November.
Bestimmungshilfe: Länge 1,4–2,3 mm; Außenrand der Vorderschienenspitze rundlich erweitert, mit Stachelborsten besetzt; Fühler 10gliedrig, 3. Glied bedeutend länger, als das 4.; Körper kurzoval, mit kräftigen, weißlichen Schuppenhaaren bedeckt; Vorderkörper dunkelbraun, nach hinten heller bräunlich werdend; Kopfschild des Männchens mit zwei spitzen Zähnchen.
| Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 28.5.2007 |
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