
SCHWAMMFRESSER, Schwammfresser Cis quadridens Mellie, 1848
Verbreitung: Nord- und Osteuropa; gebirgiges Mittel- und Südeuropas. Deutschland: In Bayern (Alpengebiet, Bayerischer Wald), Baden-Württemberg (Schwarzwald), Rheinland-Pfalz (Pfälzer Wald) und neuerdings in Sachsen (Sächsische Schweiz) nachgewiesen. Cis quadridens ist montan verbreitet und nur im Alpenraum stellenweise häufiger. Im Untersuchungsgebiet kommt die Art besonders im Südschwarzwald vor. Aus dem Allgäu liegt bisher nur ein Fund vor. 1999 konnte Cis quadridens erstmals im Pfälzer Wald, in der Nähe der französischen Grenze, gefunden werden! Es ist eine Einwanderung über die Vogesen anzunehmen. Den ersten südwestdeutschen Fund machte KLESS 1956 in der Wutachschlucht.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg 3 (gefährdet).
Lebensweise: Brutpilz ist Fomitopsis pinicola (Rotrandiger Baumporling), der in Bergwäldern besonders abgestorbenes Nadelholz (Fichte, Tanne), aber auch Laubhölzer (Birke, Erle, Buche usw.) befällt. In toten, nicht zu feuchten Fruchtkörpern kann Cis quadridens manchmal in Anzahl angetroffen werden. In seiner Gesellschaft findet sich oft Cis glabratus Mell. und (oder) Cis dentatus Mell., seltener Cis fagi Mell.; siehe dazu auch Brutpflanze.
Nachweiszeitraum: Juni – September.
Bestimmungshilfe: Länge 1,4–2,0 mm. Körper rotbraun, kurz beschuppt, gleichförmig punktiert; Fühler und Beine rotgelb; Halsschildseitenrand schmal; Clypeus des Männchens lamellenförmig, in der Mitte ± ausgerandet; Halschildvorderrand mit zwei aufgebogenen Zähnen; die Männchen sind an ihrer typischen Kopf-Halsschild-Bezahnung leicht zu erkennen.
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Literatur: HORION (1961); KLESS (1959, 1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 10.10.2006 |
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