SCHWAMMFRESSER, Schwammfresser
Orthocis lucasi (Abeille, 1874)
, Spaltblättling-Schwammfresser

Synonym: Cis reflexicollis (Abeille), Cis lucasi Abeille de Perrin

Verbreitung: Südpaläarktische Art: Süd-, Mittel- und Osteuropa, Sibirien, Nordafrika.
Deutschland: HORION (1961) schreibt: „In Deutschland einige wenige Funde aus Gebirgen (Bayern), anscheinend nur sehr sporadisch und sehr selten“. Aus Südwestdeutschland war lediglich eine alte Meldung um 1880 aus dem Spessart von FLACH bekannt. Erster neuer Fund: Freiburg i. B., 1982, leg. Pankow. Im letzten Jahrzehnt konnte Orthocis lucasi durch gezielte Suche an seinem Brutpilz besonders im westlichen Teil des Gebietes öfter nachgewiesen werden.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg - (nicht gefährdet).

Lebensweise: Monophag in Schizophyllum commune (Spaltblättling), einem kleinen, sonnenliebenden Baumschwamm. Die Larven sind ziemlich beweglich und deshalb gut in der Lage, bei Substraterschöpfung zum nächsten Pilzfruchtkörper zu wechseln.

Nachweiszeitraum: April – Oktober.

Bestimmungshilfe: Länge 2,0–2,3 mm; Körper länglich oval, braun bis schwarzbraun, Oberseite kurz und fein beschuppt; im Habitus einem Cis boleti recht ähnlich; Fühler 10gliedrig; Vorderschienenspitze außen abgestutzt; die Männchen tragen eine kleine Auszeichnung auf dem 1. Sternit.

Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 21.11.2006