
CIIDAE, Schwammfresser Ennearthron pruinosulum (Perris, 1864)
Verbreitung: Europa. Ennearthron pruinosulum konnte 1986 erstmals für Deutschland nachgewiesen werden. Sie ist wärmeliebend und kommt nur gebietsweise zum Vorschein.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg 3! (gefährdet, besondere Schutzverantwortung).
Lebensweise: An warmen Stellen (südexponierte Laubwaldränder, Hänge, Wegböschungen, Kahlschläge) kann die Art unter den dünnschichtigen Fruchtkörpern des Rußbraunen Schichtpilzes (Lopharia spadicea) gefunden werden. Dieser siedelt meist auf besonnten Laubholzästen, besonders von Eiche und Buche. Beliebte Wuchsplätze sind z.B. Asthaufen auf Kahlschlägen. Einige der an Waldrändern liegenden, mit Käfern besetzten Äste wiesen frische Bruchstellen auf, sie waren also erst kürzlich abgebrochen. Dies lässt vermuten, dass die Art, ähnlich wie Cis striatulus Mell., auch in höheren Baumregionen lebt. Erhärtet wird diese Annahme durch die Meldung von RAUH (1993): „30 Exemplare aus verpilzten Eichenästen gezogen, die ein Sturm aus der Krone gebrochen hatte“; ebenso in Karlsruhe aus eingetragenen Eichenwipfelästen geschlüpft. Einige Male gelangen Nachweise von E. pruinosulum am Eichen-Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina), der warme Eichenwälder liebt. Zwei Funde erfolgten am Linden-Zystidenrindenpilz (Peniophora rufomarginata).
Nachweiszeitraum: Das ganze Jahr über sind Imagines vorhanden. Die meisten Funde gelangen von April – Juli.
Bestimmungshilfe: Länge 1,0–1,9 mm; Fühler 9gliedrig mit 3-gliedriger Keule; Halsschildrandung deutlich abgesetzt; Körper zylindrisch, matt dunkelbraun bis schwarz; Flügeldecken unregelmäßig punktiert, mit kurzen, hellen Schüppchen bedeckt; Beine und Fühler, bis auf die Keule, rotgelb.
| Literatur: HORION (1961); LOHSE (1967) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 7; RAUH (1993); KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); REIBNITZ (1999); BENSE (2002).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 31.7.2006 |
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