
OEDEMERIDAE, Scheinbockkäfer Nacerdes carniolica (Gistl, 1832), Krainer Scheinbockkäfer
Synonym: Xanthochroa carniolica (Gistel, 1834)
Verbreitung: Süd-, Ost-, Mitteleuropa und Schweden. Deutschland: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen. HORION (1956) kannte nur ganz wenige mitteleuropäische Fundorte, aus Deutschland nur fünf aus Baden. Inzwischen ist die auffällige Art viel häufiger geworden und tritt gebietsweise sogar sehr zahlreich auf.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 3 (gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg - (nicht gefährdet).
Lebensweise: Die Larven entwickeln sich im morschen Nadelholz, besonders von Kiefern und Fichten. Die Imagines sind nachtaktiv und fliegen u.a. stark riechende Blüten und Lichtquellen an. Beobachtungsbeispiele: Allsommerlich Ende Juli bis Anfang August in größerer Zahl zwischen 21 und 22 Uhr am Licht auf einer Terrasse; an beleuchteter Telefonzelle; im beleuchten Hauseingang gegen 23.00 Uhr; tags auf Stockrose; zwischen Nadeln eines Kiefernzweiges sitzend; gehäuftes Auftreten im Bereich des Gemeinen Seifenkrautes (Saponaria officinalis).
Neueste Berichte belegen, dass der Käfer ein Gift enthält. Wird ein Tier auf der menschlichen Haut zerquetscht, so entstehen Wasserblasen, die nur schlecht wieder abheilen (NIEHUIS 2006).
Nachweiszeitraum: Hauptvorkommen im Juni, Juli und August.
Bestimmungshilfe: Länge 12–15 mm; schwach chitinisiert; Augen groß; Kopf ohne Beule; Halsschild in der Mitte eingedrückt; Flügeldecken grob und dicht punktiert, mit je 4 Rippen, die dritte, die hinter der Schulterbeule beginnt, verkürzt oder ganz fehlend; Körper fein und kurz rötlich behaart.
| Literatur: HORION (1956); KASZAB (1969) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 8; BÜNGENER (1988); KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); BENSE (2002); NIEHUIS (2006).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 1.1.2007 |
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