Ölkäfer
Sitaris muralis*

ÖLKäFER, Ölkäfer
Sitaris muralis (Forster, 1771)
, Schmalflügliger Pelzbienen-Ölkäfer

Synonym: Apalus muralis (Forst.)

Verbreitung: West-, Mittel- und Südeuropa, Südrussland, Nordafrika.
Deutschland: Die meisten Nachweise (ab 1829) stammen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Süd-Hessen. Verbreitungsschwerpunkt sind Siedlungsbereiche in der Oberrheinischen Tiefebene. Ab 1991 wird die Art auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gefunden. Zwei alte Belege existieren aus Hamburg und Sachsen-Anhalt. Sitaris muralis tritt bei uns im allgemeinen nur sehr selten und sporadisch auf, kann jedoch manchmal in größerer Zahl beobachtet werden.

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 3 (gefährdet).

Lebensweise: Die Larven entwickeln sich parasitisch in den Nestern von Mauerbienen, z.B. Anthophora, Anthidium, Osmia (Bienenarten, siehe Wildbienen-Kataster). Sie ernähren sich von Bieneneiern und eingetragenen Vorräten. Die Weibchen heften ihre Eigelege in unmittelbarer Nähe der Wirtsbienennester an Mauern etc. fest. Die frisch geschlüpften Larven überwintern unter den Eihüllen. Im Frühjahr klammern sie sich an die zuerst ausfliegenden männlichen Bienen. Bei der Kopula wechseln sie auf die weiblichen Tiere und lassen sich in die neuen Brutkammern eintragen.

Nachweiszeitraum: Ende Juli – Anfang September.

Bestimmungshilfe: Länge 7–15 mm; Fühler am Vorderrand der Augen eingefügt, zweites Glied sehr kurz; Flügeldecken seitlich gerandet, nach dem Schildchen plötzlich verengt, klaffend; Innenrand der Krallen glatt, nicht gekämmt; eine sehr markante Art.

Literatur: HORION (1956); KASZAB (1969) in: FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 8; KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); LÜCKMANN (2006).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 6.1.2007