TENEBRIONIDAE, Schwarzkäfer
Neomida haemorrhoidalis (Fabricius, 1787)
, Gehörnter Zunderschwamm-Schwarzkäfer

Synonym: Hoplocephala haemorrhoidalis (Fabricius)

Verbreitung: Europa, Kaukasus, Sibirien. Im allgemeinen zerstreut und selten, in Osteuropa stellenweise häufiger.
Deutschland: Neuere Funde liegen nur aus süddeutschen Gebirgsgegenden mit alten Laubwäldern vor (Bayerische Alpen, Schwarzwald); ein Urwaldrelikt, das aus Mitteleuropa immer mehr zu verschwinden scheint (nach HORION (1956). Heute hat sich diese missliche Situation zum besseren gewendet. Ähnlich wie der im gleichen Lebensraum vorkommende Bolitophagus reticulatus breitet sich auch diese Art aus, was auf ein erhöhtes Brutpilzangebot zurückzuführen sein dürfte. Ausgangspunkt sind die ursprünglichen, alten Laubwälder der Rhein-Main-Ebene, wo Neomida haemorrhoidalis in den 1970er Jahren entdeckt wurde. Der älteste mir bekannte Fund in Südwestdeutschland liegt im Südschwarzwald (Zastlertal, Kardasch leg. 1950).

Gefährdung: Rote Liste Deutschland 1 (vom Aussterben bedroht); Rote Liste Baden-Württemberg R (extrem seltene Art). Urwaldreliktart 2.

Lebensweise: Die Entwicklung von Neomida haemorrhoidalis erfolgt im Zunderschwamm (Fomes fomentarius). Käfer und Larven leben gesellschaftlich in toten Konsolen des holzzerstörenden Baumpilzes. In am Boden liegenden, schon stärker zersetzten Fruchtkörpern können die Käfer manchmal in größerer Zahl gefunden werden.

Nachweiszeitraum: Das ganze Jahr hindurch in den Brutpilzen anzutreffen.

Bestimmungshilfe: Länge 5,5–6,0 mm; Körper walzenförmig; Augen quer, vorn ausgerandet; Kopf des Männchens neben den Augen mit je einem kräftigen Horn, dazwischen eingedrückt; eine markante, unverwechselbare Art.

Literatur: HORION (1956); KASZAB (1969): in FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 8; GEISER (1998); FRANK & KONZELMANN (2000); BENSE (2002).

Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 19.2.2006