
SPITZMAUSRüSSLER, Spitzmausrüssler Rhopalapion longirostre (Olivier, 1807), Langrüssliges Stockrosen-Spitzmäuschen
Synonym: Apion longirostre (Olivier, 1807)
Verbreitung: In Teilen Mitteleuropas, zentrales Südeuropa, Balkan, südliches Osteuropa, Vorder- und Mittelasien, ?Nordafrika. Nach Kanada und die USA im vorigen Jahrhundert eingeschleppt. Die Art wurde immer wieder vereinzelt nach Deutschland eingeschleppt, galt aber nicht als eingebürgert. In den letzen Jahren ist ein starker Anstieg an Fundmeldungen zu verzeichnen (Südhessen und angrenzendes Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin, Bremen, Hamburg). Ein erstes, beständiges Vorkommen für Südwestdeutschland meldet C. Maus (i.l.): im Stadtgebiet von Freiburg im Breisgau in Gärten seit 1993 sehr häufig und allgemein verbreitet, zahlreiche Funde und Beobachtungen. Rhopalapion longirostre hat sich inzwischen etabliert und ist oft die vorherrschende Apioniden-Art an Stockrosen.
Gefährdung: Rote Liste Deutschland 2 (stark gefährdet); Rote Liste Baden-Württemberg 2 (stark gefährdet).
Lebensweise: Die Art ist an großsamige Malvaceen gebunden. Ihre Larven entwickeln sich bei uns in den Samen der Stockrose, Alcea rosea. Im Juni und Juli erfolgt die Eiablage in die Blütenknospen der dekorativen Pflanze, die hierzulande hauptsächlich in Gärten kultiviert wird. Die Käfer schlüpfen bis in den September hinein.
In jüngster Zeit haben zwei weitere südeuropäische, ebenfalls auf Alcea rosea spezialisierte Apioniden-Arten Fuß gefasst: Aspidapion curvirostre (Gyll.) und Aspidapion validum (Germ.). Siehe auch: Käfergesellschaft an Alcea.
Nachweiszeitraum: April – Oktober.
Bestimmungshilfe: Länge 2,4–3,4 mm (ohne Rüssel). Durch die aufgelockerte lange Fühlerkeule und den sehr langen Rüssel des Weibchens (etwa Flügeldeckenlänge) unverkennbar. Körper schwarz, dicht weiß behaart; Schenkel und Schienen rötlich gelb.
| Literatur: DIECKMANN (1977), LOHSE (1981): in FREUDE, HARDE, LOHSE Bd. 10, LIEBEGOTT (1989); KLESS (1995); KÖHLER (1995); KÖHLER & KLAUSNITZER (1998); SPRICK, WINKELMANN & BEHNE (2002).
Text: Johannes Reibnitz. Seitenerstellung: 21.5.2006 |
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